Wie fünf Auszubildende des „Theatralen Lernens“ mit Förderschüler:innen ein Stück auf die Bretter brachten.


Das Praxisprojekt Animative Regie ging am 5. Juli zu Ende. Wir (Sabine, Tanja, Burak, Kristýna und Ingrid) haben mit Dritt- und ViertklässlerInnen der Paul-Mohr Förderschule Nürnberg in fünf Schultagen versucht, das 4-Tage-Modell umzusetzen. Versucht? Es ist gelungen, ja. Aber es war ein holpriger Weg. Mit einem enormen Lernpotenzial - für die 15 Kinder und für uns. 

Unser Thema klang vielversprechend: Wir wollten mit den Kindern ein Stück über Regeln und Freiheit im Setting eines Lindenwaldes entwickeln. Chor- bzw. Synchronkreise dienten zur Einführung des Ortes, Spiele und musikalische Animationselemente zum Finden der Tiere und das Figurenkarussell zum Heranführen an den Grundkonflikt. In der Rolle verschiedener Waldtiere sollten die Kinder erforschen, welche Freiheiten durch Regeln entstehen können und ab wann Regeln die eigene Freiheit massiv einschränken.   

In so einem Prozess war es nötig Kindern auf Augenhöhe zu begegnen und unsere Arbeit an deren Konzentrationsspannen anzupassen. Schließlich wurden am fünften Tag fünf Szenen unter dem Titel „Im Wald, da braut sich was zusammen.“ auf der Bühne im Innenhof der Schule gezeigt.  

Riesenapplaus. Der Schulleiter kam zu uns und hat allen dankbar und inspiriert die Hand gereicht: „Also, was Sie aus den Kindern herausgeholt haben, alle Achtung!“ 

20 Stunden vorher, nach der Generalprobe hatten wir entschieden, gemeinsam mit den Kindern auf der Bühne zu stehen. Zwei von uns spielten als Tiere mit, zwei moderierten das Stück als Erzählerfiguren und die fünfte machte die Inspizientin. Es lief wie am Schnürchen. Keines der Kinder musste sich vor den Schülern:innen der ersten bis vierten Klasse oder den LehrerInnen im Publikum schämen, denn Burak war immer noch komischer und noch lustiger als jeder andere. Die Kinder im Publikum erlebten SchauspielerInnen und Förderschüler:innen gemeinsam auf der Bühne und niemand vergaß seinen Einsatz. 

Tanja Täubner

Auszubildende in der Aufbaustufe „Theatrales Lernen“, 6. Juli 2024