lf: Doku-Theater

Sa, 29.08 - So, 06.09.20


Sa. 10:00-19:00
So. 10:00-19:00
Mo. 09:00-18:00
Di. 09:00-18:00
Mi. 09:00-18:00
Do. 09:00-18:00
Fr. 09:00-22:00
Sa. 10:00-18:00
So. 09:00-15:00

Dokumentarisches Theater im theaterpädagogischen Kontext

Für amnesty international leihen SchauspielerInnen in „Asylmonologen“ Geflüchteten ihre Stimme und erzählen deren Geschichte. In sogenannten „Re-Enactments“ werden die Gerichtsprozesse des Mörders Anders Brejvik und des Despotenpaares Ceaucescu nachgespielt. „Experten des Alltags“ treten bei der Gruppe Rimini Protokoll selber auf und repräsentieren niemanden anderes mehr als sich selbst. Es ließen sich hier viele weitere Beispiele dafür anführen, dass das Politische zurückkehrt ins Theater – und welche Form eignete sich dafür besser, als das dokumentarische Theater? Auch in theaterpädagogischen Kontexten ist es durchaus üblich geworden, zu selbst gewählten Themen zu recherchieren, Interviews zu führen, und in Eigenproduktionen selbst die Deutungshoheit über Ereignisse und Geschichte zu übernehmen. Dies stellt eine beispiellose Ermächtigung der SpielerInnen dar, - wenn sie in den Recherche-und Produktionsprozess mit einbezogen werden.

Wahrheit oder Wirklichkeit ? In dokumentarischen Theaterinszenierungen ermächtigen wir die SpielerInnen explizit, zu Erkenntnissen und Aussagen zu gelangen, die aus der Auseinandersetzung mit geschichtlichen Themen resultieren. Dafür eignen sich besonders lokalgeschichtliche oder zeitgenössische Themen, weil man hier damit rechnen kann, zusätzlich zu Archivmaterial noch „lebende Quellen“ im eigenen Umfeld zu finden. Dies wird umso wichtiger weil diese „echten Begegnungen“ im Vergleich zu den üblichen medialen Recherchen im Internet viel stärkere Erlebnisse evozieren und so auch bei der Ausbildung von eigenen Urteilen und Aussagen größere Relevanz entwickeln. Die Suche nach der Wahrheit zwischen vielen Schichten von Wirklichkeit verleiht dem Inszenierungsprozess gewisse Brisanz. Sie verlangt von den Beteiligten viel persönlichen Einsatz und fordert die Gruppe zu Diskussionen und Stellungnahmen heraus, die oft weit über das im Theaterkontext übliche Maß hinausgehen – denn im Publikum können jederzeit Experten sitzen, die widersprechen können – oder zu Tränen gerührt die Wahrheit bezeugen werden. Das Theater übernimmt hier Funktionen nicht nur ästhetischer sondern auch politischer Bildung - was das dokumentarische Theater besonders für die Arbeit mit Jugendlichen prädestiniert.

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Konditionen

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Dokumentarisches Theater im theaterpädagogischen Kontext

Für amnesty international leihen SchauspielerInnen in „Asylmonologen“ Geflüchteten ihre Stimme und erzählen deren Geschichte. In sogenannten „Re-Enactments“ werden die Gerichtsprozesse des Mörders Anders Brejvik und des Despotenpaares Ceaucescu nachgespielt. „Experten des Alltags“ treten bei der Gruppe Rimini Protokoll selber auf und repräsentieren niemanden anderes mehr als sich selbst. Es ließen sich hier viele weitere Beispiele dafür anführen, dass das Politische zurückkehrt ins Theater – und welche Form eignete sich dafür besser, als das dokumentarische Theater? Auch in theaterpädagogischen Kontexten ist es durchaus üblich geworden, zu selbst gewählten Themen zu recherchieren, Interviews zu führen, und in Eigenproduktionen selbst die Deutungshoheit über Ereignisse und Geschichte zu übernehmen. Dies stellt eine beispiellose Ermächtigung der SpielerInnen dar, - wenn sie in den Recherche-und Produktionsprozess mit einbezogen werden.

Wahrheit oder Wirklichkeit ? In dokumentarischen Theaterinszenierungen ermächtigen wir die SpielerInnen explizit, zu Erkenntnissen und Aussagen zu gelangen, die aus der Auseinandersetzung mit geschichtlichen Themen resultieren. Dafür eignen sich besonders lokalgeschichtliche oder zeitgenössische Themen, weil man hier damit rechnen kann, zusätzlich zu Archivmaterial noch „lebende Quellen“ im eigenen Umfeld zu finden. Dies wird umso wichtiger weil diese „echten Begegnungen“ im Vergleich zu den üblichen medialen Recherchen im Internet viel stärkere Erlebnisse evozieren und so auch bei der Ausbildung von eigenen Urteilen und Aussagen größere Relevanz entwickeln. Die Suche nach der Wahrheit zwischen vielen Schichten von Wirklichkeit verleiht dem Inszenierungsprozess gewisse Brisanz. Sie verlangt von den Beteiligten viel persönlichen Einsatz und fordert die Gruppe zu Diskussionen und Stellungnahmen heraus, die oft weit über das im Theaterkontext übliche Maß hinausgehen – denn im Publikum können jederzeit Experten sitzen, die widersprechen können – oder zu Tränen gerührt die Wahrheit bezeugen werden. Das Theater übernimmt hier Funktionen nicht nur ästhetischer sondern auch politischer Bildung - was das dokumentarische Theater besonders für die Arbeit mit Jugendlichen prädestiniert.

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